Überbrückungshilfe Phase II

von Björn Keller

Die mit dem Konjukturpaket der Bundesregierung eingeführte Überbrückungshilfe für durch die Krise in Not geratene Unternehmen wurde jüngst verlängert. Nunmehr können Unternehmen aller Branchen, welche im Zeitraum September bis Dezember 2020 mit einem durchschnittlichen Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent bzw. einem Umsatzrückgang während zweier Monate von mindestens 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum rechnen, entsprechende Anträge stellen. Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. September 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen. Es können bis zu 90 Prozent der fixen Betriebsausgaben und 20 Prozent der Personalkosten bezuschusst werden. Förderfähige Betriebsausgaben sind insbesondere Mieten, Darlehenszinsen, Leasingraten, notwendige Instandhaltungen sowie Versicherungen. Kosten der privaten Lebensführung sind nicht förderfähig. Unternehmen, die nach dem 31.10.2019 gegründet wurden, sind nicht förderfähig. Ebenso nicht förderfähig sind Unternehmen, die im Nebenerwerb betrieben werden.

Die maximale Förderung beträgt 50.000 Euro pro Monat. Unternehmerlohn ist nicht förderfähig.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass der jeweilige Förderbetrag individuell zu ermitteln ist. Die Berechnungsmodalitäten erscheinen äußerst komplex und somit schwer handhabbar. Der Zugang zum Förderinstrument wird hierdurch maximal erschwert, was auch schon bei der Überbrückungshilfe Phase I dazu führte, dass faktisch kaum ein Unternehmen die Förderbedingungen erfüllt hat. Dies kann man positiv aber auch negativ sehen. Nicht zuletzt ist zwingende Voraussetzung für die Antragsberechtigung, dass fixe Betriebsausgaben überhaupt vorliegen. Es findet kein Ersatz entgangenen Umsatzes statt.

Anträge sind über das Förderportal (https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Home/home.html) durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer zu stellen und die entsprechenden Angaben durch diesen zu bestätigen. Die Frist zur Antragstellung der Überbrückungshilfe Phase II läuft bis 31.12.2020.

Die Auszahlung erfolgt über die jeweiligen Förderbanken der Bundesländer.

Sprechen Sie mich an, wenn Sie einen Antrag auf Überbrückungshilfe stellen wollen oder müssen.

Dipl.-Kfm. Björn Keller, Steuerberater, Chemnitz

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